Erhebung · Berlin und Umland · September 2026

Der Berliner
Besetzungsreport

59 Träger der vollstationären Pflege. 7.704 Pflegeplätze. Gemessen wurde, was eine Bewerberin auf ihren Websites tatsächlich vorfindet.

49 von 59 nennen den Ort der Stelle nicht
46 zeigen kein Veröffentlichungsdatum
27 haben keine einzeln sichtbare Stelle
13 haben gar keinen Karrierebereich
Worum es geht

In der Pflege wird nahezu jeder Prozess geprüft, dokumentiert und nachgehalten. Einer nicht: der Weg, auf dem neue Mitarbeitende ins Haus kommen.

Berliner Heime haben in zwölf Monaten 4,55 Millionen Euro für Stellenanzeigen ausgegeben. Auf den eigenen Karriereseiten fehlt bei 49 von 59 Trägern die Angabe, in welchem Haus die Stelle überhaupt ist.

Der Report misst diesen Weg — bei allen Trägern nach identischem Protokoll, ausschließlich von außen. Es wurde keine Bewerbung eingereicht, kein Haus kontaktiert und niemand befragt.

Was gemessen wurde

Fünf Kriterien, maximal zehn Punkte

  • Führt von der Startseite ein Weg zu offenen Stellen?
  • Sind konkrete Stellen einzeln sichtbar?
  • Geht aus der Stellenbezeichnung hervor, in welchem Haus die Stelle ist?
  • Ist erkennbar, wann die Anzeige veröffentlicht wurde?
  • Wie viele Klicks führen zur Stellenliste?

Bewusst nicht bewertet: die Zahl der Pflichtfelder im Bewerbungsformular. Viele Träger nutzen dieselben externen Bewerbersysteme — das misst den Anbieter, nicht das Haus.

Das Ergebnis

Die Verteilung

Punkte von zehn. Der Median liegt bei 4.

10 1
9 2
8 6
7 6
6 7
5 7
4 17
3 5
2 4
1 1
0 3

Die größte Gruppe: Fünfzehn Häuser mit zusammen 1.801 Pflegeplätzen haben genau dasselbe Muster — einen Karrierebereich, in zwei Klicks erreichbar, und darin keine einzelne konkrete Stelle.

Der auffälligste Befund

884 Tage

Unter den 24.026 Stellenanzeigen Berliner Heime der letzten zwölf Monate liegt die älteste Erstschaltung 884 Tage zurück. Zweieinhalb Jahre. 36 Anzeigen wurden vor mehr als einem Jahr erstmals geschaltet und tauchen weiterhin auf.

Das fällt niemandem auf, weil 46 von 59 Trägern kein Veröffentlichungsdatum anzeigen. Für das Haus ist das bequem — eine Anzeige ohne Datum altert nicht sichtbar.

Was eine Bewerberin daraus liest: Diese Stelle ist seit zweieinhalb Jahren zu haben.
Einordnung

Warum das kein Versäumnis Einzelner ist

Keiner der gemessenen Punkte entsteht aus Nachlässigkeit. Sie entstehen, weil die Besetzung offener Stellen in den meisten Häusern niemandes Hauptaufgabe ist.

Sie wird nebenher erledigt — meist von einer Pflegedienstleitung, deren eigentliche Arbeit am Bett stattfindet. Beides konkurriert täglich, und die Versorgung gewinnt. Zu Recht.

Es ist keine Frage von Sorgfalt.
Es ist eine Frage von Zuständigkeit.

Die meisten der gefundenen Punkte lassen sich ohne Budget beheben. Den Ort in die Stellenbezeichnung schreiben kostet nichts. Das Veröffentlichungsdatum einblenden auch nicht. Es braucht einen Namen und eine Frist.

Wenn Sie Ihr eigenes Haus wiederfinden wollen

Jedes gemessene Haus hat seinen Wert und seine Einordnung zugeschickt bekommen — anonymisiert veröffentlicht wird nur die Verteilung.

Was der Report nicht zeigt: was die Häuser auf den ersten drei Plätzen anders machen. Darüber spreche ich gern.

Zwanzig Minuten vereinbaren

Oder direkt: +49 172 3938234 · c.maass@justcareer.de

Erhebung: vollstationäre Pflegeeinrichtungen nach § 71 Abs. 2 SGB XI mit mindestens 80 Plätzen in Berlin und Umland, ein Messpunkt je Betreiber. Grundgesamtheit: Pflegelotse des vdek. Anzeigenvolumen: index Anzeigendaten, Abteilung 87 nach WZ 2025. Gemessen im September 2026. Kein Träger wird namentlich genannt.